Attisholz-Nord

7 Fragen an die Halter AG

Andreas Hänsenberger, Konzeptentwickler bei der Halter AG, beschreibt im Interview die Chancen des Attisholz-Areals und was Spaziergänger auf dem Attisholz-Boulevard in 15 Jahren antreffen werden.

Was hat den Ausschlag dafür gegeben, dass die Halter AG das Attisholz-Areal gekauft hat?

Wir sehen riesige Chancen: Lage nahe der Stadt Solothurn, Grösse des Areals, Bestand und Situation haben städtebaulich und entwicklungstechnisch grosses Potenzial, ebenso dessen fast einen Kilometer langes Aareufer. Höchst interessant ist natürlich auch unser Luterbacher Nachbar «Biogen». Mitentscheidend waren zudem die Gemeindebehörden von Riedholz. Sie haben deutlich gezeigt, dass sie etwas bewegen wollen. Und auch von kantonaler Seite werden wir professionell begleitet. Das sind für uns als Entwickler wichtige positive Signale!

Welche Chancen hat der Standort Riedholz?

Riedholz und damit das Attisholz-Areal liegen im urbanen Gürtel der Schweiz. Die Lage vor den Toren der Kulturstadt Solothurn ist ausgezeichnet. Auch die Städte Basel, Bern und Zürich liegen in Pendeldistanz. Bei der Erschliessung des Areals besteht noch grosses Potenzial. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir eine gute Lösung finden – dies auch im Interesse unseres bereits erwähnten wie auch der weiteren industriellen Nachbarn mit ihren vielen Arbeitsplätzen. Der öffentliche Verkehr wird hier wichtig sein und möglicherweise ja auch Verkehrsmittel, an welche wir heute noch gar nicht denken …

Wie haucht man einer Industriebrache Leben ein?

Das richtige Angebot ist zentral – und zwar nicht nur jenes an vermiet- und verkaufbaren Flächen und Räumen, sondern die «Gesamtmischung». Im Attisholz-Areal ist uns der Einbezug der Kultur als fester Teil der künftigen Nutzung sehr wichtig. Bereits seit mehr als einem Jahr ist der Attisholz-Boulevard offen. Hier findet sich beispielsweise die «Kantine», eine Galerie und eine Werkstatt des Vereins bts, der im Herbst 2016 die «Kettenreaktion» im Attisholz-Areal inszeniert hat.

Sie locken die Leute mit attraktiven Freizeit-Angeboten ins Attisholz-Areal?

Genau. Am 15. Januar haben wir mit dem Bau der Attisholz-Arena begonnen, die bereits von diesem Sommer an für verschiedene Sport-, Gesellschafts- und Publikumsveranstaltungen genutzt werden kann. Ungefähr gleichzeitig wird auch der Spielplatz – über ihn möchte ich aber heute noch nicht zu viel verraten – realisiert sein, und nur wenig später öffnen wir mit dem Attisholz-Forum die Verbindung zwischen Boulevard und Aareufer. So entsteht eine attraktive Umgebung, in der man sich wohl fühlt und gerne aufhält – und wo man auch «geschäften» und wohnen möchte.

Gerade beim Attisholz-Areal lassen wir uns die nötige Zeit und wollen nicht einfach so rasch wie möglich mit Nutzungen füllen, sondern diese grosse Industriebrache in einem Generationenprojekt Schritt für Schritt in einen urbanen, belebten Ort umwandeln.

In welcher Form binden Sie die Historie des Areals in die Entwicklung ein?

Wir integrieren unsere Vision in das bestehende Areal. Manchmal braucht es dazu gar nicht so viel Aufwand, sondern es reicht, den Bestand aufmerksam anzusehen und zu nutzen. So verfügte die Cellulosefabrik beispielsweise über einen unterirdischen Tunnel für den Warentransport. Wir öffnen die Tunneldecke, bringen dadurch mehr Licht in den Gang und nutzen ihn künftig als Hauptverbindung zwischen Attisholz-Boulevard und -Forum. Diese ist dann – ganz ohne unser weiteres Zutun – so breit, dass hier auch Ausstellungen und Märkte möglich sein werden.

Wie sorgen Sie für die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung der Standortgemeinde?

Die Bevölkerung konnte sich im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens aktiv am Planungsprozess zum Teilleitbild beteiligen. Zudem geben wir uns Mühe, transparent über unsere Visionen und Pläne zu informieren. Am 25. November 2017 luden wir die Riedholzerinnen und Riedholzer beispielsweise im Rahmen eines «Tages des offenen Areals» ein. Obschon es an diesem Tag in Strömen regnete und sehr kalt war, fanden fast 150 Interessierte den Weg ins Attisholz-Areal. Manche von ihnen hatten vorher übrigens noch nie einen Fuss ins Areal gesetzt!

Wenn wir in 15 Jahren auf dem Attisholz-Boulevard flanieren, was werden wir antreffen?

Der Attisholz-Boulevard ist durch Strassencafés, Kunstateliers, Showrooms, Gewerbe- und Ladenlokale bunt belebt und die Arena wird rege als Veranstaltungsort genutzt. Der Spielplatz und das Forum sind beliebte Treffpunkte und Versammlungsorte, am Aareufer kann man flanieren, ausruhen und in der Aare-Bar den Abend ausklingen lassen. Heute bereits bestehende und neue gegründete Firmen sind ins Attisholz-Areal gezogen, in der Kiesofenhalle finden grössere Sport-, Kultur- und Musikanlässe mit überregionaler Ausstrahlungskraft statt und die Bewohner haben den neuen Dorfteil bereits fest in Besitz genommen. Ganz abgeschlossen ist die Entwicklung dann aber noch nicht: Die Transformation des Attisholz-Areals ist ein Generationenprojekt!